Cap Table für Einsteiger
Wem gehört wie viel von deiner Firma?
Ein Cap Table ist eine Tabelle, die zeigt, wem wie viel von deinem Unternehmen gehört. Gesellschafter, Anteile, Prozente. Klingt simpel. Ist es auch, solange du alleine bist und hundert Prozent hältst.
Kompliziert wird es, sobald jemand anderes ins Spiel kommt: ein Mitgründer, ein Investor, ein Option Pool für Mitarbeiter. Und Fehler beim Cap Table lassen sich später nicht mehr korrigieren.
Was im Cap Table steht
Name jedes Gesellschafters. Anzahl und Art der Anteile. Prozentualer Anteil. Investierte Summe. Bewertung, zu der investiert wurde. Vesting-Status, falls vorhanden. Option Pool, falls vorhanden.
Der Cap Table ist ein lebendes Dokument. Er verändert sich mit jeder Finanzierungsrunde, jedem neuen Mitarbeiter mit Optionen, jedem Gesellschafterwechsel.
Die häufigsten Fehler
50/50-Aufteilung. Zwei Gründer, jeder hält 50 Prozent. Klingt fair, ist aber eine Falle: Bei jeder strategischen Meinungsverschiedenheit gibt es ein Patt.
Zu viel zu früh abgeben. Ein Business Angel bekommt 30 Prozent für 50.000 Euro. In der Seed-Runde will der VC 20 Prozent. Nach der Series A hältst du als Gründer noch 35 Prozent. Nach der B noch 20.
Kein Vesting. Ein Mitgründer bekommt 40 Prozent am Tag der Gründung und geht drei Monate später. Er behält seine 40 Prozent. Für immer.
Kein Option Pool. Du willst später einen CTO einstellen und ihm Anteile geben. Ohne vorher eingerichteten Pool musst du dafür eine neue Runde aufmachen.
Verwässerung verstehen
Jede Finanzierungsrunde verdünnt deine Anteile. Verwässerung ist kein Problem, solange du weißt, was du tust. 30 Prozent von einem 50-Millionen-Unternehmen sind mehr wert als 100 Prozent von nichts. Aber du musst wissen, was passiert, bevor du es unterschreibst.
Welche Klauseln den Cap Table später verschieben können: Anti-Dilution und Vesting.
Im Exit verteilt nicht der Cap Table das Geld, sondern die Liquidation Preference.
Was du jetzt tun solltest
Erstelle einen Cap Table, auch wenn du alleine bist. Eine Zeile in einer Tabelle. Aktualisiere ihn bei jeder Veränderung. Und bevor du irgendjemanden Anteile gibst, rechne drei Runden voraus: Wo stehst du nach Seed, Series A, Series B?
In der Diagnose schauen wir uns deinen Cap Table an und rechnen die nächsten Runden durch.
Wo all das vereinbart wird: Was steht im Term Sheet.
Der Cap Table ist eine Pflichtangabe im Data Room: Data Room vorbereiten.
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Was steht in einem Term Sheet?: Bewertung, Liquidation Preference, Anti-Dilution, Vesting, Veto-Rechte.
Liquidation Preference erklärt: Die Klausel, die bestimmt, wer bei einem Exit zuerst bezahlt wird.
Anti-Dilution und Vesting erklärt: Wie diese Klauseln rechnen, und warum Weighted Average vs. Full Ratchet eine Firma kosten kann.